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Artikel Tagged ‘Werkstatt’

Weltreise-Bandit

11. Mai 2011 Kommentare ausgeschaltet

Eigentlich wollte ich mit diesem Bericht warten, bis meine Suzi auch noch mit Motorschutzbügeln versorgt ist, aber da das vergangene Wochenende sehr aufregend war, ziehe ich diesen Beitrag vor.

Ich war jetzt von Sonnabendvormittag an, jeden Tag bei meinen Eltern, um dort an meinem Motorrad zu schrauben. Statt wieder mit einer Textilhecktasche, auf Reisen zu gehen habe ich nun auf richtig gute Motorradalukoffer umgerüstet. An den Quick Lock Kofferträgern von SW-Motech sind nun zwei G+G Premium Alukoffer mit je 41 Liter montiert. Zusätzlich ist jeder Koffer mit einem 2 Liter Kanister ausgestattet, so dass ich ausreichend Wasser mit mir führen kann und Benzin auf Reserve habe. Die Befestigung basiert auf einer eigenen Lösung. G+G kann dafür aber auch einen guten Anbausatz zur Verfügung stellen.

Die Montage war eine kleine Odyssee, doch nach insgesamt netto nur 10 Stunden werkeln, kann sich das Ergebnis defintiv sehen lassen. Die Koffer haben eine Top-Qualität. Den Service und den super netten Kontakt mit den Herstellern kann ich nur weiter empfehlen. Wer also sehr stabile und durchdachte Alukoffer für einen sehr fairen Preis sucht, der sollte mal auf Motorradalukoffer.de vorbeischauen.

Hier ein paar Eindrücke vom Ergebnis:

Boxenstop

21. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

In der vergangenen Woche hatte meine Suzi zur Abwechslung mal ein Dach über dem Kopf. Bevor es auf große Fahrt geht, habe ich sie zum 2RadVeteran nach Königs Wusterhausen in die Werkstatt gebracht, um all die Teile austauschen und checken zu lassen, die am stärksten beansprucht werden. Meine alten beiden Michelin Pilot Road 2 mussten runter und dafür zwei neue rauf. Nach etwas mehr als 21000 km hatten diese genialen Reifen mehr als gute Arbeit geleistet. Der Vordere der beiden, war mit Blick auf die Profiltiefe schon nah an der Grenze der Legalität.

Für meine zweite Kette konnte mir nicht versichert werden, dass sie meine geplante Route von 8300 km noch überstehen würde. Somit habe ich sie ebenfalls übervorsichtig tauschen lassen. Richtige Weltreisende hätten diese Aussage und den Zustand sicher belächelt.

Mit frischem Öl, neuen Zündkerzen und allem was zu einer Durchsicht gehört, schnurrt mein Moped wieder optimal. Im Gegensatz zu den Arbeiten in einer Suziki-Werkstatt vertraue ich dem Ergebnis deutlich mehr. Die Teile sind qualitativ hochwertiger und der Kontakt viel persönlicher. Den 2RadVeteran kann ich nur empfehlen.

Ganz nebenbei habe ich diese Gelegenheit genutzt und ein klitzekleines Praktikum in der Werkstatt gemacht. Im Grunde habe ich nur zugeguckt, aber dennoch sehr viel gelernt. Viele Hinweise und Tips habe ich mir eingeprägt und vor allem viele Handgriffe auch einfach mal gesehen. Falls irgendetwas unterwegs vorfallen sollte, so dass meine Maschine streikt, könnte ich vielleicht selbst Hand anlegen.

Hand angelegt habe ich dann am Sonnabend noch. Meine Suzi liefert jetzt auch Strom über ihre eigene Bordsteckdose, so dass ich unterwegs mein Handy und meine Kamera aufladen kann. Völlig autark kann ich dann in der Wildnis campieren.

Die neue Kette und der Ausbau des Hinterrades hatte dann auch noch einmal dafür gesorgt, dass ich meinen McCoi neu einstellen (musste) wollte. Ein wenig mehr Öl pro Kilometer tut der Kette am Anfang recht gut. Später ist dann nicht mehr so viel erforderlich und der Ölfilm gut aufgetragen.

Ursprünglich wollte ich den Lack der Heckverkleidung auch noch durch eine durchsichtige Folie schützen, was ich aber verworfen habe. Für solche Puzzelarbeiten bin ich nicht gemacht. Obwohl ich mich an die Anleitung gehalten habe, war ich doch sehr schnell frustriert. Jetzt kommt eine gummierte Matte unter mein Speedpack, wodurch der Lack auch geschont wird.

Meine Suzi hat mir nun eins vorraus, sie ist abreisebereit. Ich muss noch einige Wochen warten bis ich Urlaub habe.

Operation Bitterfeld

11. August 2009 Kommentare ausgeschaltet

Am Freitag Morgen früh aufgestanden, in Ruhe gefrühstückt, Moped beladen und rauf auf den Berliner Ring mit dem Ziel am Nachmittag im schönen Altmühltal anzukommen. Anfangs lief alles rund und die ersten 70 bis 80 km hatte ich keinerlei Probleme. Ich bin auch sonst fast täglich unterwegs, so dass mir Merkwürdigkeiten sicher aufgefallen wären. Jedenfalls fing der Lenker während der Autobahnfahrt (etwa Tempo 140) an, stark zu vibrieren. Den nächsten Rastplatz angesteuert, habe ich erst einmal nichts erkennen können und da ich absolut keine Ahnung habe blieb mir nur eine Ferndiagnose eines Mechanikers per Telefon. Das die Aktion nichts gebracht hat, war fast vorhersehbar. Also ging es trotz der Macke erstmal langsam weiter, die Lenkerenden bewegten sich nun während der Fahrt gut 10 cm vor und zurück und ein Stoß durch Fahrbahnunebenheiten beruhigte das Ganze für wenige Kilometer. Da mir die Sache überhaupt nicht geheuer war, stoppten wir erneut an der nächsten Raststätte und rätselten was das Problem sein könnte. Mittlerweile war die Problematik auch schön hörbar. Viele ungeübte Augenblicke später, war ein Fehler entdeckt. Die Vorderradachse bzw. das Radlager wird auf der linken Seite durch eine Führung mit einer Metalplatte verschlossen. Zwischen dieser runden Metalplatte und der Bremsscheibe klaffte eine Lücke von gut einem halben Zentimeter, so dass es für mich als Laien irgendwie Arg verschoben aussah. Das diese Platte locker sein kann, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, so dass ich den Eindruck hatte, dass das ganze Vorderrad nach rechts verzogen auf der Achse hängt. Es blieb also nichts anderes übrig, als den ADAC zu rufen und mich zur nächsten Werkstatt schleppen zu lassen. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit, kam der Engel dann gegen 12:30 Uhr mit seinem Anhänger und es ging zur nächsten Suzuki-Werkstatt nach Bitterfeld. Der Freundliche blickte arg ungläubig, als ich ihm meine laienhaften Beschreibungen schilderte. Selbst das Schieben hat ihn noch nicht überzeugt, als er dann aber ein paar Meter zur Halle fahren wollte, spürte er schnell das da definitiv der Wurm drin is. Also Vorderrad abgebaut und rein geguckt, war schnell klar was es da zerbröselt hat. Das linke Radlager kullerte in Einzelteilen auf den „Seziertisch“. Selbst die Kommentare der drei drumherum stehenden Mechaniker, ließen alle Hoffnung schwinden. Es war Freitagnachmittag in Bitterfeld und neue Radlager definitiv nicht vorhanden.

Irgendwann wühlte einer der jüngeren Mechaniker in einer Kiste, kramte „Rollerradlager“ hervor und meinte das er die neulich aufgehoben hatte, als er nen größeren Roller reparieren musste. Sichtprüfung bestätigte erstmal: passt! Viele Unklarheiten und falsche Teilelisten später bestätigte sich, dass die Materialnummer dieser „Rollerradlager“, dieselben wie bei der 650er Neo sind. Rechtes Radlager auch geprüft, „zufällig“ noch ein „Rollerradlager“ gefunden und die Welt war wieder in Ordnung. Alles fachgerecht eingebaut, dem Moped noch ein paar neue Bremsbeläge verpasst, war die Anreise fast gerettet. Die Bremsbeläge habe ich gleich mitgenommen, da die Aktion irgendwie dazu führte, dass die rechten Beläge scheinbar schon heftigst geschliffen hatten und ich eh bald neue gebraucht hätte. Die Freundlichen wirkten etwas durcheinander (nach einer vermutlich anstrengenden Woche), aber sie haben sich gleich um meine kleine gekümmert, sie wieder zum Laufen bekommen und das lange Wochenende gerettet.

Nach insgesamt locker fünf Stunden quälender Verzögerung, eine Erleichterung um 214 Euro und nem Sonnenbrand, ging es dann doch noch locker flockig ins Altmühltal zu einem echt genialen Motorradwochenende. Ob das Vorderrad bei der Aktion auch hätte blockieren können, darüber möchte ich im nachhinein nicht mehr nachdenken.

 

Love is everything