Archiv

Artikel Tagged ‘Bulgarien’

Bulgarien 2008 – Destination Golden Sands

21. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Wie schon angekündigt möchte ich euch von meinem Urlaub 2008 erzählen. Vom 13.09. bis zum 20.09. waren wir (Vanessa eine sehr gute Freundin und meiner Einer) an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Wir waren dort, aber die Sonne und Wärme nicht. Unsere Taschen waren voll gestopft mit Badesachen, Sonnencreme, Strandtuch und Co., begrüßt wurden wir aber schon in Varna von frischem Wind und kühlen 16 Grad und die Aussichten standen nicht besser. Da wir erst gegen 22:30 Uhr im Hotel eintrafen haben wir uns erst am kommenden Morgen genauer mit der Situation befasst.
Viel spannender war für uns unser Zimmer. Es sah kaum wie drei Sterne aus und ließ jeglichen Komfort vermissen. Es war klein, spartanisch eingerichtet und vor allem das Bad war äußerst schlecht. Zudem war das Zimmer nahe der Lobby gelegen, wodurch wir von all dem Lärm und der Musik genervt wurden. Wir beanstandeten schnell den Zustand und bekamen am kommenden Mittag ein neues Zimmer, welches schöner eingerichtet und bis auf ein paar Dinge im Bad für uns ausreichend war. In diesem Zimmer haben wir uns deutlich wohler gefühlt.

Der Goldstrand ist lediglich eine größere Hotelanlage aufgefüllt mit allerhand Ständen, Geschäften, Bars, Restaurants und Clubs. Kurz gesagt 100% Tourismus und ideal für heiße Sommerurlaube. Nur was tun, wenn der Sommer ausklingt und wir kein Glück mit dem Wetter haben. Die Reiseleiterin informierte uns über stattfindende Touren und Events, doch die Preise für diese Veranstaltungen und die Aussicht auf die Abhängigkeit von Bus, Gruppe und Termine waren ganz entschieden K.O.-Kriterien.  Wir nutzten das Angebot ein Auto zu mieten und Bulgarien, auf eigene Faust zu erkunden. Vorerst für drei Tage, später dann verlängert auf fünf, haben wir innerhalb dieser Zeit 800 km auf bulgarischen Straßen zurückgelegt.
Bis es dazu kam, mussten wir jedoch noch einen Tag in Hotel nähe verbringen. Wir erkundeten den Strand, die kleinen Stände, die Hotelanlage und vertrieben uns die Zeit im Zimmer oder der Lobby mit Kartenspielen oder Scrabble, bevor wir ins Roxy gingen. In der Disco sollte an dem Abend ordentlich was los gehen, doch die Live-Musik von Markus Becker gefiel uns alles andere als gut, so dass wir schnell wieder auf dem Zimmer waren.

Am Montagmittag, unserem ersten halben Tag mit unserem kleinen Hyndai Atos, machten wir eine kleine Sightseeing Tour nach Varna (die größte Stadt an der Küste) und deckten uns unter anderem mit wärmeren Sachen ein. Auf der Fahrt mit dem Bus zum Hotel hatten wir einen Dom in der Innenstadt entdeckt bei dem wir hielten und uns die nähere Umgebung anschauten. Offensichtlich war das genau das Zentrum was wir gesucht hatten. Neben einem Markt haben wir hier auch eine typische Einkaufsstraße gefunden. Der Dom selbst war echt sehenswert. Kein Quadratzentimeter in diesem Gebäude war unbemalt.
Für den Rückweg zum Hotel hatten wir nichts schlimmes befürchtet, doch statt in 20 Minuten zurück zu sein, irrten wir trotz Karten über eineinhalb Stunden mit dem Auto in der Umgebung herum. Viele Wege endeten in Sackgassen oder führten in Hotelanlagen die wir gar nicht suchten. Hätten wir uns gemerkt wo wir auf die Fernstraße gefahren sind, dann wären wir nicht in dieser Lage gewesen, doch eine Karte auf der Straßennamen stehen sollte uns ja eine ausreichende Hilfe sein. Blöd ist nur das die passenden Straßenschilder fehlen, auf denen man diese Namen wiederfinden kann.

Da mir zwei deutsche Mädels im Hotel aufgefallen waren die ebenso interessiert nach einem Mietauto fragten, schlossen wir uns mit ihnen zusammen, um an den folgenden beiden Tagen an einen Strand etwa 100 km südlich und am Mittwoch, nach Nessebar zu fahren.
Das Sonnenbad am Dienstag bei 27 Grad war super entspannend und obwohl wir wegen zu hohen Wellen nicht lange ins Wasser konnten, war der Tag sehr gelungen. Der Strand war nicht überlaufen und wir hatten unsere Ruhe. Das Wasser war richtig warm, aber es war fast unmöglich fünf Meter hinein zu gehen. Die Wellen rissen einen gnadenlos von den Beinen. Eine unserer Bekanntschaften spazierte etwas später den Strand entlang und berichtete bei der Rückkehr von jemanden der nicht weit von unserem Liegeplatz ertrunken ist.
Irgendwann nach dem Abendbrot schlossen wir uns einer Truppe von Kneipengängern an, die ordentlich Stimmung machten. Im „Ballermann am Balkan“ lief richtig gute Musik und wir waren ordentlich in Partystimmung.

Am Mittwoch brachen wir nach dem Frühstück zur Halbinsel Nessebar auf. Auf der Karte waren das lediglich 100 km, doch mir war nicht aufgefallen, dass einige Kilometer durch die letzten Kilometer des Balkangebirges führten. Wir schlängelten uns langsam durch die Berge unserem Ziel entgegen und schüttelten dabei die Köpfe wird krank die bulgarischen Autofahrer auf den Straßen unterwegs sind.
In Nessebar angekommen stellten wir schnell fest, dass wir uns ein interessantes Tagesziel gestellt hatten. Die kleinen Gassen und alten Gebäude der Halbinsel waren zwar überflutet von Geschäften, doch am Rand des Trubels war es wunderschön. Ich finde es schade, dass diese Insel so missbraucht wird und fand schnell den Namen „Nessebasar“ dafür.
Irgendwie hatte ich vor allem auf meinen Spaß daran von den drei charmanten Mädels begleitet zu werden. Das hat mir den Tag durchaus versüßt. Wir verbrachten teils mehr Zeit damit Fotos von uns und der Umgebung zu schießen, als uns die Umgebung anzuschauen. Auf der Rücktour schliefen dann alle drei im Auto.

Am Donnerstag war der Himmel über dem Goldstrand wieder bedeckt und die Temperaturen hielten nicht, was die Vorhersagen versprachen. Wir entschieden uns also die Miete des Autos, um zwei Tage zu verlängern. Wir fuhren an diesem Vormittag zu den Überresten des Aladscha Klosters. Traurig das wir nur durch ein Symbol auf der Straßenkarte darauf aufmerksam wurden, denn dieses in den Fels gehauene Kloster ist durchaus sehenswert. Die Mönche haben Kammern in den weichen Fels geschlagen und dort ihre Religion praktiziert. Auf dem Weg zu den Katakomben folgten wir einem kleinen Naturpfad der für jeden Botaniker sicher interessant gewesen wäre.
Nachdem wir für diesen Tag eine ausreichende Dosis Kultur abbekommen haben, fuhren wir wieder der Sonne im Süden entgegen. Wieder führte uns unser Weg durch Varna, wobei wir heute nur für einen kleiner Zwischenstop an einem Museum und am Strand blieben. Wir folgten der Autobahn und suchten eine möglichst nahe Abfahrt, um wieder zum Schwarzen Meer zu kommen. Mittlerweile kannten wir uns mit der Karte und dem bulgarischen Straßenleitsystem etwas aus, so dass wir recht bald fanden was wir suchten. Leider war es an diesem Tag sehr windig, so dass wir nur winddicht verpackt den Strand entlang spazierten, Fotos machten und Muscheln sammelten.
Irgendwas hat mich an diesem Abend erwischt ich war so dermaßen am Ende, dass ich während des Fernsehens mit Kopfschmerzen und vorhergegangenem Durchfall ein schlief.

In den Freitag legten wir wieder unsere Hoffnungen auf besseres Wetter. Morgens aufgewacht ging wie immer unser erster Blick aus dem Zimmer zum Himmel. Blau mit vereinzelten Wolken war er wie immer, doch es war kühl wie die Tage zuvor am Goldstrand. Ich hatte für diesen Vormittag vorgeschlagen, zum Kap Kaliakra zu fahren. Das Kap ist etwa 50 km nordöstlich von unserem Hotel gelegen. Da dieses Kap nicht als Tourziel angeboten wurde, wussten wir nicht recht was uns dort erwarten wird, doch schon der Weg dorthin war ein Erlebnis. So viele Fotos wir an diesem Vormittag haben wir nirgends zuvor gemacht. Kap Kaliakra ist der östlichste Punkt Bulgariens und traumhaft schön. Scheinbar befand sich auf diesem Kap vor Ewigkeiten einmal eine Festung von der nur noch Ruinen übrig sind. Das rot-gelbe Felsgestein ragt viele Meter aus dem Schwarzen Meer heraus und man hat einen herrlichen Ausblick über das türkisfarbene Wasser in die Bucht und in östlicher Richtung aufs Meer hinaus. Auf dem Kap war es windstill, die Sonne schien auf uns herab und unser Ausflug wurde zu einer großen Fotosession. Schilder versprachen Delphine an der Spitze des Kaps, doch leider hatte nur eine kleine Gruppe vor uns das Glück, ein paar dieser Meeressäuger zu erblicken. Ich hätte sehr gerne welche in freier Wildbahn gesehen. An diesem Vormittag hatten wir jede Menge Spaß daran die Natur zu genießen, vor allem war das Kap selbst nicht zum Markt verschandelt wie Nessebar.
Nachdem wir ganz in Ruhe und in einigen Stunden jeden Winkel erkundet hatten, brachen wir mit unserem kleinen Auto auf, in der Hoffnung noch einen Strand in der Nähe zu finden, an dem wir noch ein wenig Sonne tanken können. Leider verschwand mit unserer Abfahrt in Kaliakra auch die Sonne, so dass wir vergeblich umher fuhren. An diesem Tag konnten wir aber noch einige Eindrücke vom bulgarischen Landleben mitnehmen, denn die Ortschaften die wir durchquerten waren fernab der Touristenzentren.
Nachdem wir im Hotel zu Abend gegessen hatten, gingen wir zu etwas späterer Stunde zum Central Beach ein paar Cocktails schlürfen und anschließend in den Pr. Club. Wir tanzten noch bis spät in die Nacht und kamen erst gegen 3 Uhr zu unserem Schlaf. Es war aber ein gelungener letzter Abend.

Am 20.09., unserem Abreisetag, besuchten wir ein letztes Mal den Goldstrand und vertrieben uns sonst die Zeit in der Lobby beim Karten oder Scrabble spielen, bis kurz nach 17 Uhr unser Bus zum Flughafen kam, damit wir unsere Heimreise antreten konnten.

Insgesamt haben wir viele Eindrücke aus diesem Land mitgenommen. Hätten wir die sieben Tage am Strand verbracht, hätten wir zwar die gesuchte Entspannung gefunden und unsere Bräune abbekommen, doch hätten wir ebenso viel verpasst. Bulgarien ist ein Land voller Kontraste. Gerade am Strand, in den Hotelanlagen ist Luxus präsent, dorthin bringen Touristen ihr Geld und alles wirkt, als wäre Armut kein Thema. Wir haben dagegen fast die ganze Schwarzmeerküste bereist und haben gesehen, wie es den Menschen geht. Gerade mich als Kind der DDR fielen die Parallelen zu den damaligen Verhältnissen auf. Im Prinzip hat sich nichts verändert, außer das zum Straßenbild der westliche Einfluss hinzugekommen ist. Zwischen maroden Gebäuden, Rost, Verfall, Müll, streunenden Hunden und Katzen stehen Werbeschilder, neue Autos und Verkaufsstände mit Plagiaten. Ein bleibender Eindruck waren vor allem auf die Straßen und der Fahrstil in diesem Land. Meter lange Schlaglöcher und so tief wie Bordsteinkanten prägen das Straßenbild. Die Polizei ist zwar sehr präsent, doch die Einheimischen fahren unglaublich aggressiv und missachten die Vorschriften quasi permanent.

Was dieses Land Landschaftlich zu bieten hat, ist definitiv sehenswert. Hohe Berge, Hänge, Felsen in den verschiedensten Farben, weite Wiesen, viel Landwirtschaft und traumhafte Strände mit türkisen Wasser. Es macht Spaß, hier frische Luft zu schnappen und spazieren zu gehen.

Was mir auch wieder Spaß gemacht hat, war die Sprache nach all den Jahren wieder zu lesen, zu hören und zu verstehen. Ich dachte mein Russisch wäre schon lange vergessen, doch ich habe mich schnell wieder zurecht gefunden. Ebenso mein Englisch. Ich hatte zwar wie immer Schwierigkeiten spontan zu antworten, doch verstanden habe ich immer.

Nun bin ich sehr erholt wieder in der Heimat und kann mich morgen in die Arbeit stürzen. Der Urlaub hat mir sehr gefallen. Ich reiste in traumhafter Begleitung, lernte zwei nette Mädels und ein neues Land kennen. Ich hatte meinen Spaß und nun über 900 Fotos und Videos an Erinnerungen …

KategorienFreunde, Icke, Reisen Tags: ,

Jahresurlaub auf zweierlei Art

21. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Mein Jahresurlaub 2008 habe ich dieses Mal auch wieder auf die zweite und dritte Septemberwoche gelegt. Ursprünglich war der Gedanke dahinter, den zweiwöchigen Urlaub mit der Motorradausfahrt der Fahrschule zu krönen und die vorhergehenden beiden Wochen irgendwie rumzubekommen. Dieser Urlaub ist ein richtig gutes Beispiel dafür, dass alles anders kommen kann als es ursprünglich geplant wurde.

1. Woche – Austoben und mal was richtig praktisches machen

Da sich meine persönlichen Umstände ja verändert haben, hat es sich angeboten in der ersten Woche meines Urlaubs, meinen Eltern beim Dämmen des Hauses zu helfen. Wenn ich immer nur im Büro vor dem PC sitze, dann kommt in mir hin und wieder mal der Wunsch hoch, mal körperliche Arbeit zu verrichten. Die Arbeit beim Dämmen des Hauses ist zwar nicht allzu anstrengend, doch ist es eine richtig gute Abwechslung. Obwohl wir zwischenzeitlich manchmal nicht im Zeitplan waren, haben wir doch unser Soll geschafft und den Giebel des Hauses mit Styropor verpackt. Teamwork war es allemal. Ich habe mich um den handfesten Dreck äh Mörtel gekümmert und mein Vater hat am Haus rumgeklebt und die einzelnen Platten an die Wand gepuzzelt. Mein freigestelltes Zeitfenster, täglich von 10 bis ca. 18 Uhr zu arbeiten hat auf jeden Fall gereicht. Die restlichen Tage bzw. die übrige Zeit habe ich mich meinem Vergnügen bzw. meiner Wohnung gewidmet, die nun definitiv einen vorzeigbaren Stand hat.

2. Woche – Ein bulgarischer Spätsommer am Goldstrand

Als meine freien Wochen bevorstanden machte ich mir Gedanken, wie ich dem Alltag und den eigenen vier Wänden entfliehen könnte. Mein erster Gedanke war natürlich eine mehrere Tage dauernde Motorradtour quer durch Deutschland, doch schnell erhielt ich einen reizvollen Gegenvorschlag. Eine sehr gute Freundin, mit der ich durch unser Land touren wollte, lief aufmerksam an einem Reisebüro vorbei und schlug vor 7 Tage nach Bulgarien zu fliegen, um Sonne zu tanken, am Strand zu relaxen und im schwarzen Meer zu baden. Ich war begeistert, schlief eine Nacht darüber und wir buchten unseren gemeinsamen Urlaub. Soviel zur Vorgeschichte …

Details zum Urlaub lasse ich in einem separaten Beitrag folgen.

KategorienFamilie, Icke Tags: , ,
 

Love is everything