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Odysee Kabelanschluss

24. Juli 2012

Mit dem Umzug meines Hausrats, wollte ich auch meinen Telefon- und Internetanschluss umziehen. All die Jahre war ich ein glücklicher Kabel Deutschland Kunde, der nie durch Störungen enttäuscht wurde und vom guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt war.
Ich hätte die verhängnisvolle Frage nach dem Umzug meiner Verträge in die neue Wohung nie stellen dürfen.

Telefonisch meldete ich Ende Juni 2012 meinen Umzug nach Schöneberg. Der freundliche Hotline-Mitarbeiter prüfte online die Verfügbarkeit und versicherte mir, dass mein Kabelanschluss problemlos mitziehen könnte. Genau zwei Dinge merkte er, beim erfassen der neuen Daten, an: erstens der Kabelanschluss ist nicht Teil der Nebenkosten und müsste somit extra bezahlt werden und zweitens, da die TV-Dose in der Wohnung und der Hausanschluss noch nicht Rückkanalfähig ist, müsste Kabel Deutschland die Genehmigung bei der Hausverwaltung holen, diese umrüsten zu dürfen.

Meine Freundin amüsierte sich darüber, welchen hohen Stellenwert der TV- und Internetanschluss bei mir hat und darüber wie früh ich mich doch um diese Themen kümmerte.

Als ich diesen Umzug beauftragte, war ich erst einmal zufrieden. Kabel Deutschland bestätigte umgehend den Auftrag, bestellte einen Techniker für die Installation des rückkanalfähigen Anschlusses und gratulierte mir am 28. Juni zum umgezogenen HD-Premium-Vertrag.
Kabel Deutschland war zu diesem Zeitpunkt scheinbar schneller als die noch nicht umgezogene Technik. Für meinen Fernseher hatten wir erst den Umzug erst am 8. Juli vorgesehen und planmäßig auch durchgeführt.

Den Fernseher ausgepackt und im neuen zu Hause aufgestellt, nahm die Odysee mit dem Anschluss des Antennenkabels an die Kabel-Dose ihren Lauf. „Kein Signal“ ist seitdem das prämierte HD-Angebot das ich vom größten Kabelanbieter Deutschlands erhalte.

Ich zögerte nicht einmal eine Stunde, diese Tatsache als Störung zu melden. Mit diesem Telefonat stellte sich schon heraus, dass die Wohnung offensichtlich gar nicht angeschlossen ist (meine Freundin hatte zuvor immer die Hausantenne mit DVB-T an der zweiten TV-Dose genutzt). Freundlich wurde mir angeboten einen eigenen Techniker zu bestellen, der die Wohnung anschließt oder einen Techniker von Kabel Deutschland für 99 Euro zu beauftragen. Ich war sauer …

Für den Folgetag hatte ich mir frei genommen, um die Technik in der Wohnung aufzubauen und zu verkabeln. Die Situation erforderte es dann zusätzlich weitere Information zur Verkabelung einzuholen. Im Keller habe ich den Anschlusskasten für die Hausverkabelung gefunden, in dem die Kabelschaltung für die Wohnung erfolgen müsste. Aufkleber auf der grauen Box verwiesen auf „RKS Kabel Service Berlin GmbH“ mit der Warnung das ein unberechtigter Zugriff verboten ist. Die aufgedruckte Rufnummer funktionierte nicht, so dass ich im Internet forschen musste, wer dahinter steckt.

Schnell fand ich eine aktuelle News-Meldung auf der Telecolumbus-Webseite die besagte, dass RKS jetzt Telecolumbus heißt. Beim folgenden Telefonat mit der Technik-Hotline hatte ich nur einen äußerst schlecht geschulten Mitarbeiter am Telefon der noch nie etwas von RKS gehört hatte und gleich alle Schotten dicht machte, nachdem seine Verfügbarkeitsanzeige ihn als nicht zuständig deklarierte, ich „Kabel Deutschland“ in den Mund nahm und bejahte, dass ich keinen Vertrag mit Telecolumbus habe.

Frustriert griff ich wieder zum Telefon und rief meinen ach so tollen deutschen Kabelprovider an und klagte zum wiederholten Male, dass meine TV Dose nicht funktioniert. Die inkompetente Mitarbeiterin am Apparat verwies mich an den 99 Euro Techniker und stellte sich doof. Ich wartete also fünf Minuten bis mein Kaffee heiß war und lies diesem Anruf einen weiteren Folgen.
Der KD-Mitarbeiter den ich nun am Telefon hatte, recherchierte einige Minuten intern und kam dann mit dem glorreichen Vorschlag ich solle doch in irgend einem weißen Kasten nahe meiner Wohnung zwei Schalter in die Mitte schieben, dann müsste die Kabel-Dose funktionieren. In meinem besonderen Fall sollte das funktionieren und ich wäre sogar berechtigt dies selbst durchzuführen.

Auf der Suche nach dem passenden Kasten fand ich im Hausflur lediglich den Adapter für die Wohnung der in den Kabelschacht führte, einen Verteiler im Keller, der aufgeschraubt nur ein Kabelknäul enthielt und den besagten RKS-Kasten der nicht zu öffnen war.
Statt mich weiter aufzuregen wartete ich nun bis zum Donnerstag den 12. Juli. An diesem Tag sollte der von Kabel Deutschland beauftragte Techniker erscheinen, um den Kabelanschluss fit für’s Telefon und den Internetanschluss zu machen. Wenn diese beiden Dienste funktionieren, dann sollte auch die Kabeldose für’s Fernsehen funktionieren.

Der Techniker erschien überpünktlich, zückte sein Messgerät und wollte erst einmal die Empfangsqualität der Kabeldose prüfen. Wo allerdings „Kein Signal“ für den Fernseher ankommt, wird auch sein Messgerät nichts anzeigen.
Auf dem folgenden Weg in den Keller versorgte ich ihn mit meinen bisherigen Informationen. Ein Blick auf die versperrte, graue RKS-Box im Keller verflog die Zuversicht aus seinem Gesicht. Diverse Schlüssel durchprobierend und dem Kommentar das er die Box nicht aufbrechen wird, griff er zum Telefon. Zwei Telefonate später bestätigte der Techniker mir, dass der Hausanschluss Telecolumbus gehört und er nichts tun könne. Nun sollten zwei Informationen fließen: ich stellte eine Anfrage beim Hausmeister, wer der zuständige Kabelprovider für den Hausanschluss ist und der Techniker informierte Kabel Deutschland, dass der Hausanschluss Telecolumbus gehört und die Schaltung nicht möglich ist. Wilde Szenarien wie Kabel abschneiden und eine zweite Box drum herum legen usw. folgten im Gespräch, aber änderten nichts an der Lage, knapp 14 Tage nach dem Vertragsumzug funktioniert nichts.

Frustriert, enttäuscht und verärgert fuhr ich zu Conrad Elektronik um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Zurück in der Wohnung bemerkte ich einen Brief von meinem unfähigen Kabelprovider: „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen zu Hause … ihr Telefon- und Internetanschluss ist jetzt umgezogen … wir berechnen Ihnen eine Bereitstellungsgebühr von 29,90 Euro“.

Dieser Brief brachte das Fass zum überlaufen. Die Frau der Hotline mit der ich im Folgenden sprach, unterbrach ich unentwegt, warf ihr vor wie frech deren Schreiben sind und das hier rein gar nichts funktioniert. Nach 15 Minuten legte sie auf …

Mit der Information, dass ein Telecolumbus-Anschluss einen Kabel Deutschlandvertrag unmöglich macht, wartete ich nicht die Rückmeldung des Technikers ab und kündigte schriftlich meine Verträge. Zuvor meldete sich der Hausmeister zurück und teilte mir, mit das der Hausanschluss Telecolumbus gehört. Hätte sich KD bei der Hausverwaltung informiert, so wie es im allerersten Umzugsgespräch einforderten, hätten sie es also wissen müssen.

Parallel habe ich dann einen Vertrag für alle gewünschten Dienste bei Telecolumbus abgeschlossen. Ich hätte die Verträge gerne online bei Telecolumbus abgeschlossen, aber die Verfügbarkeitsprüfung auf der Webseite verhindert das. Nur der Hinweis „rechter Seitenflügel“ am Telefon befähigt die Mitarbeiter zur Aussage, dass ein Anschluss möglich ist. Vor dem Onlinevorteil sperren sie sich aber, trotz dieser absurden Situation. Nur fünf bis zehn Tage warten, dann könnte alles funktionieren.

Mittlerweile sind sieben Werktage vergangen. Kabel Deutschland ist trotz der Fakten immernoch unfähig die Folgen intern zu klären und Telecolumbus zeigt ebenfalls seine Unfähigkeit.
Der Vertragsabschluss bei Telecolumbus ging völlig verloren. Statusmeldungen waren nicht möglich da ich ja keine Kundennummer oder Auftragsbestätigung erhalten habe.

Als so fünf Tage verschenkt waren habe ich erneut Verträge abgeschlossen und hartnäckig gewartet bis ich am Telefon eine Kunden- und Auftragsnummer genannt bekommen habe. Erfreulicher Weise meldete sich im Laufe des Nachmittags auch ein Techniker, der mir einen Installationstermin am 25. Juli angeboten hat.

In der Zwischenzeit habe ich unzählige weitere Gespräche mit Kabel Deutschland geführt und  mit jedem Telefonat einen weiteren inkompetenten, entscheidungsunwilligen Hotline-Mitarbeiter am Hörer. Jeder Gesprächspartner vertröstet mich mit einem unklaren Bearbeitungstand in der Fachabteilung, einer Weiterleitung an einen anderen Mitarbeiter, einer weitergeleiteten E-Mail oder der Aussage das irgendetwas fehlt, was offensichtlich nur die Gehirnzellen des Mitarbeiters sind.

Der Höhepunkt sind dann noch offensichtliche Funktionsstörungen ihrer Telefonanlage, bei dem die von Kabel Deutschland geschaltete Weiterleitung ein Gespräch eines anderen Hotline Mitarbeiters unterbricht, der mich dann anblafft wo denn der Anrufer hin ist und was ich in der Leitung mache. Das mir das völlig egal ist und ich jetzt das Gespräch führen möchte, stößt am anderen Ende auf Unverständnis.

To be continued … mal schauen wo diese Never Ending Story hinführt. Gerne zur c’t Vorsicht Kunde.

Ach so, ich bin immernoch dafür das Privatpersonen Unternehmen abmahnen und mit Mahngebühren belegen können. Vielleicht recherchieren diese Unternehmen dann im Vorfeld ein bisschen und ziehen sich nicht jeden möglichen Vertrag an Land, den sie in die Finger bekommen. Auf die Informationen können sie ja offensichtlich doch irgendwie zugreifen.

 

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