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Archiv für die Kategorie ‘Lieber Staat’

Heuchelei Weihnachten

12. Dezember 2007 Kommentare ausgeschaltet

Derzeit ist alles viel zu chaotisch, um auch nur den geringsten Funken Weihnachten zu spüren. Unverständlich ist manchmal, wieso wir uns in dieser Gesellschaft eine Tradition termingerecht aufzwingen, wenn das Umfeld und der Alltag so gar nicht dazu passen. Im Prinzip heucheln wir uns allesamt etwas vor, was gar nicht ist. Die menschlichen Beziehungen mögen zwar herzlich und liebvoll sein, doch die Probleme des Alltags füllen unsere Köpfe bis zum äußersten Rand, so dass keinerlei Platz für Freude und Entspannung bleibt.
Wenn man jetzt aber anfangen würde zu jammern, dann hätte dies nur zur Folge, das anderen dieses Fest versaut werden könnte. Also spielen wir dieses Spiel, stellen einen Baum auf, dekorieren die Wohnung, bereiten etwas leckeres zum Essen zu und zwingen unsere Gesichtsmuskulatur dazu, etwas zu produzieren, was einem Lächeln gleicht. Spätestens am 27. Dezember prügelt der Hammer des Alltags dann wieder auf einem ein. Vielleicht sollte man Problemen und Forderungen auch mal Feiertage und Urlaub genönnen.

Mir kam bereits der Gedanke, das die Tradition des Schenkens zu Weihnachten lediglich eine Selbsterhaltungsmaßnahme ist. Eltern bringen ihren Kindern von Anfang an bei, wie sie einmal jährlich genügend Ablenkung vom Wahnwitz unserer Gesellschaft schaffen. Als Erwachsene haben wir zum Einen Freude am Schenken (ich jedenfalls) und somit genügend Ablenkung von allem drumherum. Zum Anderen wird man als Beschenkter abgelenkt, wenn man sich mit dem neuen Besitz beschäftigt und versucht, Herr über die Glückshormone zu werden.
Wenn ich darüber so nachdenke, ist dies doch ein gelungener Schachzug der Industrie und Wirtschaft. Die Wirtschaft provitiert vom Ablenkungsbedarf der Menschen vom Alltag. Im Umkehrschluss stecken der Gesetzgeber und die Wirtschaft unter einer Decke.

In diesem Sinne: rechter Mundwinkel zum rechten Ohr und der Linker zum linken Ohr … schon mal Frohe Weihnacht.

Achso, ich würde gerne einen Counter für graue Haare auf meine Website stellen, wenn jemand einen hat bitte melden.

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Gegen Online-Durchsuchungen

27. Juli 2007 Kommentare ausgeschaltet

Die Aktion spricht für sich selbst und da ich ein Mensch bin, der sehr aktiv alle Medien nutzt, schließe ich mich gern dem Protest an:

Den kuriosen Auswüchsen von Vater Staat muss Einhalt geboten werden. Es gibt wichtigeres, um das sich unserer Polikter kümmern sollten.

Politiker haben das “Killerspiel” erfunden

22. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Nun ist es wieder einmal soweit. Ein junger Mensch ist durchgedreht und Amok gelaufen. Seine 18 Jahre, machen ihn zum idealen Kandidaten, um ihn in die Schublade „Killerspiele-Zocker“ zu stecken. Dieses Wort „Killerspiel“ könnte glatt von einem Titel der Bild stammen. Ein Wort das für einen guten Medienhype sorgt und sich gut vermarkten lässt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Entwickler der angeprangerten Spiele, ihre Werke als Killerspiele bezeichnen oder speziell dafür vorgesehen haben.
Unsere verzweifelten Politiker propagieren den Verbot von Unterhaltungssoftware (in ihrem Sprachgebrauch pauschal „Killerspiele“), um sich vor der eigentlichen Verantwortung, einer komplizierten Analyse und umfassenden Maßnahmen zu drücken. Offensichtlich gibt es einige Kleingeister in unserer Gesellschaft die auf Grund ihres Umfeldes, ihrer Probleme, ihres Elternhauses und ihres Pädagogen, in das gesellschaftliche Abseits geraten. Diese Menschen haben Probleme in Form von Depressionen, mangelndem Selbstwertgefühl oder mangelndem Intellekt. In der Erziehung im Elternhaus und in der Schule muss etwas schief gelaufen sein, dass Menschen blind auf solche radikalen Ziele zusteuern. Ich will nicht behaupten, dass Spiele keinen Einfluss auf Menschen haben. Ich spreche mich aber dagegen aus, Spiele für das reale Töten, zur Verantwortung zu ziehen. Diese Spiele bilden keine Attentäter, Amokläufer oder Massenmörder aus. Wir werden in Deutschland zur Zahlung von GEZ-Gebühren gezwungen. Diese Gebühren zahlen wir, damit auf den öffentlich rechtlichen Sendern (quasi Zwangs-Pay-TV) fast täglich Krimis laufen. Fernsehfilme oder -serien in denen sich Gangster und Polizei wilde Verfolgungsjagden und Schießereien liefern. Täglich werden wir mit Bildern von Gewalt überflutet, die zur Unterhaltung bereit gestellt werden. Jeder junge Mann wird in Deutschland noch vor seinem zwanzigsten Lebensjahr zur Musterung gerufen, mit dem Ziel sie zur Wehrpflicht zu rekrutieren. Wir Männer werden an realen Waffen ausgebildet. Wir werden ausgebildet diese Waffen optimal einsetzen zu können, was im Endeffekt zu Abschreckung, Verletzung des Gegners oder zum Töten dient. Eine Ausbildung zum Katastrophenschutz oder zur Führung von Debatten erfolgt in der Wehrpflicht nicht. Nein, wir bekommen in den ersten Tagen eine Waffe in die Hand gedrückt, die klar gegen die Menschen in „Blauland“ oder „Rotland“ verwendet werden soll. Diese Gratisausbildung ist sicher praktisch für jeden Amokläufer. In der Elternhäusern Deutschlands scheint Ignoranz und Desinteresse, einen höheren Stellenwert zu haben, als unsere Politiker wahrhaben möchten. Viele Eltern scheinen ihren Schützlingen kaum noch Werte zu vermitteln oder sie auf den richtigen Weg zu lenken. Wenn solche Dinge wie „richtig“ und „falsch“ in den Köpfen der jungen Menschen einen Bedeutung hätten, dann hätten wir weniger Gewalt an Schulen und ein besseres soziales Miteinander. Eltern sind in diesem Land gestresst und einem hohen Druck ausgesetzt, so dass die Erziehung unserer Nachkommen und unserer zukünftigen Generation viel zu kurz kommen. Die Eltern können der rasanten Entwicklung nicht mehr folgen, was letztendlich zur Resignation fährt. Sie geben einfach auf zu versuchen, mit der Entwicklung ihrer Kinder mithalten zu können. Wenn ein zehnjähriger ein tolles Spiel bekommt, dass er unbedingt haben möchte, bedeutet dies für Eltern um Umkehrschluss ein Ruhiggestelltes Kind für ein paar Stunden täglich. Welche Inhalte dieses Spiel bietet, dafür haben sie meist kein Verständnis, weil sie von den Medien nicht viel verstehen. Ein Kollege von mir würde jetzt sagen „den Eltern fehlt der Führerschein für Kinder“, dem kann ich mich nur anschließen. Genauso stellt sich die Frage wie in Schulen, der Umgang mit den Medien der heutigen Zeit, gelehrt wird. Werden die Inhalte von Kinofilmen, Fernsehserien, Nachrichten und Videospielen thematisiert? Ich vermute fast nein. Ich denke Schüler müssen von Erwachsenen Menschen im Umgang mit diesen Medien geschult werden. Die Inhalte und Themen müssen hinterfragt werden. Viele Pädagogen werden mit den Medien überfordert sein, doch das darf keine Entschuldigung sein. Meine Freundin hat eine vollschulische Ausbildung zur TA Datenverarbeitung im Bauswesen gemacht. Die wenigen PCs der Computerräume wurden von Schülern zum Spielen von Counter Strike während des Unterrichts genutzt und die Berufsausbilder haben es wissentlich toleriert. Lernwillige Berufsschüler wurden bestraft, wenn sie IT-Techniken verwendeten, um an Informationen zum aktuellen Unterrichtsthema zu gelangen. Zwischen denjenigen Schüler die sich taktische Schlachten mit virtuellen Terroristen lieferten und den Lehrern die gerade unterrichteten, bestand eine beidseitige Ignoranz. Solche Lehrer gehören meiner Ansicht nach suspendiert und die Schüler mit disziplinarischen Maßnahmen bestraft. Man könnte fast meinen unsere Politiker tragen Scheuklappen oder sind einseitig blind oder taub. Ohne Waffen gibt es keinen Toten, wie kommt ein 18 Jähriger an ein ganzes Waffenarsenal? Wenn eure Gesetze und Gesetzeshüter unfähig sind, Waffen aus unserer Gesellschaft, als den Kinderzimmern und aus den Schulen zu tilgen, dann solltet ihr dort als erstes ansetzen. Warum müssen real nachgebildete Pistolen, Gewahre und Granaten in den Regalen der Spielzeugabteilungen hängen? Warum toleriert ihr das unsere Kleinsten mit echt aussehenden Waffen spielen können?
Liebe Politiker, wenn ihr meint ein Verbot eurer „Killerspiele“ würde dazu beitragen, dass diese vom Planeten Erde getilgt werden, habt ihr euch mächtig geschnitten. Solange jegliche Art von Spielen existieren, werden sie den Weg in die Kinderzimmer der Jugend finden. Nur eine gesamte und umfassende Korrektur der Ursachen eines solchen Vorfalls ist eine Lösung. Alle Aspekte die eine solche Tat ermöglichen müssen betrachtet werden.
Den Betroffenen in Emsdetten möchte ich mein Beileid aussprechen, für unsere Politiker bleibt mir nur ein Kopfschütteln.
(Ich hoffe ich habe jetzt keine Gedanken vergessen, sonst muss ich für Nachschlag sorgen.)

 

Love is everything